Keytil® 300 mg/ml + 90 mg/ml Injektionslösung – Nicht mehr verfügbar
Verschreibungspflichtig
Verabreichung nur durch einen Tierarzt
Keytil® 300 mg/ml + 90 mg/ml Injektionslösung
Injektionslösung für Rinder (Kälber)
Wirkstoffe
Tilmicosin 300 mg + Ketoprofen 90 mg
Zusammensetzung
Jeder ml enthält:
Wirkstoff(e):
Tilmicosin 300 mg
Ketoprofen 90 mg
Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist:
Benzylalkohol (E1519) 0,04 ml
Butylhydroxytoluol (E321) 0,05 mg
Propylgallat (E310) 0,05 mg
Braun-gelbe Lösung.
Anwendungsgebiete
Zur therapeutischen Behandlung boviner respiratorischer Erkrankungen (BRD) in Verbindung mit Fieber, hervorgerufen durch Tilmicosin-empfindliche Mannheimia haemolytica.
Gegenanzeigen
Nicht intravenös verabreichen.
Nicht intramuskulär verabreichen.
Nicht Primaten, Schweinen, Ziegen und Pferden verabreichen.
Nicht anwenden bei Tieren, die an Magen-Darm-Läsionen, hämorrhagischer Diathese, Blutdyskrasie, gestörter Leber-, Herz- oder Nierenfunktion leiden.
Wenden Sie keine anderen nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamente (NSAIDs) gleichzeitig oder innerhalb von 24 Stunden an.
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen
Sehr häufig sind lokale Schwellungen unterschiedlicher Größe an der Injektionsstelle zu beobachten. Subakute fibrinöse bis chronisch faserige nekrotische Pannikulitis mit mineralisierten Bereichen, Vakuolen und Ödemen und damit verbundenen granulomatösen Reaktionen wurden mikroskopisch beobachtet. Diese Läsionen bilden sich innerhalb eines Zeitraumes von 45 bis 57 Tagen zurück.
Wie bei allen NSAIDs kann durch die Hemmung der Prostaglandinsynthese bei bestimmten Individuen eine Magen- oder Nierenunverträglichkeit möglich sein.
Todesfälle bei Rindern wurden nach einer intravenösen Einzeldosis von 5 mg Tilmicosin/kg Körpergewicht und nach subkutaner Injektion von 150 mg Tilmicosin/kg Körpergewicht im Abstand von 72 Stunden beobachtet.
Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert:
- Sehr häufig (mehr als 1 von 10 behandelten Tieren zeigen Nebenwirkungen)
- Häufig (mehr als 1 aber weniger als 10 von 100 behandelten Tieren)
- Gelegentlich (mehr als 1 aber weniger als 10 von 1000 behandelten Tieren)
- Selten (mehr als 1 aber weniger als 10 von 10.000 behandelten Tieren)
- Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 behandelten Tieren, einschließlich Einzelfallberichte).
Zieltierart(en)
Rind (Kälber ≤ 330 kg)
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Nur zur subkutanen Anwendung.
10 mg Tilmicosin und 3 mg Ketoprofen pro kg Körpergewicht (entspricht 1 ml des Tierarzneimittels pro 30 kg Körpergewicht) einmalig anwenden.
Hinweise für die richtige Anwendung
Das Körpergewicht der Tiere sollte so genau wie möglich bestimmt werden, um eine korrekte Dosierung sicherzustellen und eine Unterdosierung zu vermeiden.
Art der Verabreichung:
Entnehmen Sie die benötigte Dosis aus der Durchstechflasche und entfernen Sie die Spritze von der Kanüle, wobei die Kanüle in der Durchstechflasche verbleibt. Wenn eine Gruppe von Tieren behandelt werden muss, lassen Sie die Kanüle in der Durchstechflasche, um die nachfolgenden Dosen zu entnehmen. Halten Sie das Tier fest und führen Sie eine separate Kanüle subkutan in die Injektionsstelle ein, vorzugsweise in eine Hautfalte über dem Brustkorb hinter der Schulter. Befestigen Sie die Spritze an der Kanüle und injizieren Sie in den Ansatz der Hautfalte.
Nicht mehr als 11 ml pro Injektionsstelle injizieren.
Wartezeit
Essbare Gewebe: 93 Tage
Milch: Nicht bei Tieren anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Besondere Warnhinweise
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:
Bei der Anwendung dieses Tierarzneimittels sind die amtlichen, nationalen und regionalen Regelungen zum Einsatz von Antibiotika zu berücksichtigen.
Dieses Tierarzneimittel sollte nach Möglichkeit nur auf der Grundlage von Empfindlichkeitsprüfungen angewendet werden.
Eine von den Vorgaben der Packungsbeilage abweichende Anwendung des Tierarzneimittels kann die Prävalenz von Tilmicosin-resistenten Bakterien erhöhen und die Wirksamkeit von Behandlungen mit anderen Makroliden infolge möglicher Kreuzresistenzen vermindern. Die angegebene Dosis oder Dauer der Behandlung darf nicht überschritten werden.
Verwenden Sie es mit Vorsicht bei dehydrierten, hypovolämischen oder hypotensiven Tieren, da ein potenzielles Risiko einer erhöhten Nierentoxizität besteht.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Sicherheitswarnungen für den Anwender
DIE INJEKTION VON TILMICOSIN KANN BEI MENSCHEN TÖDLICH SEIN – GEHEN SIE ÄUßERST VORSICHTIG VOR, UM EINE VERSEHENTLICHE SELBSTINJEKTION ZU VERMEIDEN, UND HALTEN SIE SICH GENAU AN DIE ANWEISUNGEN ZUR VERABREICHUNG UND DIE FOLGENDE ANLEITUNG
- Dieses Tierarzneimittel sollte nur von einem Tierarzt verabreicht werden.
- Tragen Sie niemals eine mit diesem Tierarzneimittel gefüllte Spritze mit aufgesetzter Kanüle bei sich. Die Kanüle sollte nurauf die Spritze gesetzt werden, wenn die Spritze gefüllt oder die Injektion verabreicht wird. Bewahren Sie Spritze und Kanüle immer getrennt voneinander auf.
- Verwenden Sie keine automatischen Injektionsgeräte.
- Vergewissern Sie sich, dass die Tiere, auch die in der näheren Umgebung, gut fixiert sind.
- Arbeiten Sie bei der Anwendung dieses Tierarzneimittels nicht allein.
- Bei Selbstinjektion IST SOFORT MEDIZINISCHE HILFE ZU SUCHEN und die Durchstechflasche oder die Packungsbeilage mitzunehmen. Legen Sie eine Kältepackung auf die Injektionsstelle (keine direkte Anwendung von Eis).
Weitere Sicherheitswarnungen und Hinweis für den Arzt
Lesen Sie vor der Anwendung die Gebrauchsinformation.
Trächtigkeit und Laktation:
Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit und Laktation ist nicht belegt.
Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt.
Wechselwirkungen:
Das Tierarzneimittel darf nicht in Verbindung oder Kombination mit anderen NSAIDs und Glukokortikoiden oder innerhalb von 24 Stunden nach deren Verabreichung angewendet werden. Die gleichzeitige Verabreichung von Diuretika, nephrotoxischen und antikoagulativen Wirkstoffen sollte vermieden werden.
Ketoprofen ist stark an Plasmaproteine gebunden und kann andere stark an Proteine gebundene Wirkstoffe, wie z.B. Antikoagulantien, verdrängen oder durch diese verdrängt werden. Da Ketoprofen die Thrombozytenaggregation hemmen und Magen-Darm-Geschwüre verursachen kann, sollte es nicht zusammen mit anderen Tierarzneimitteln mit gleichem Nebenwirkungsprofil angewendet werden.
Bei einigen Tierarten konnten Wechselwirkungen zwischen Makroliden und Ionophoren beobachtet werden.
Zulassungsinhaber
VETPHARMA ANIMAL HEALTH, S.L., Les Corts, 23, 08028 Barcelona, Spanien
Mitvertrieb: Dopharma Research B.V., Zalmweg 24, 4941 VX Raamsdonksveer, Niederlande
Handelsform
50 ml Durchstechflasche
Stand
Januar 2020






